Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen – und das Gefühl, den eigenen Alltag nur noch von Toilette zu Toilette zu planen. Menschen mit chronischer Darmentzündung kennen diesen Zustand. Doch was viele nicht wissen: Hinter den Beschwerden steckt häufig ein Mangel an einem bestimmten Nährstoff, den der Darm dringend zum Heilen braucht.
Der Darm von Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder Reizdarm steckt oft in einem Teufelskreis fest. Im Zentrum steht ein Nährstoff, von dem die meisten Betroffenen noch nie gehört haben: Butyrat.
Unter Gastroenterologen gilt Butyrat längst als einer der entscheidenden Schlüssel zu einem gesunden Darm. Unter Betroffenen ist es noch ein rezeptfreier Geheimtipp, der nicht immer verfügbar ist. Zunächst aber das Wichtigste:
Butyrat ist eine kurzkettige Fettsäure. Sie wird von besonderen Darmbakterien aus Ballaststoffen hergestellt und liefert den Zellen der Darmschleimhaut über 70 % ihrer Energie.(1) Die Zellen unserer Darmwand erneuern sich täglich und ohne Butyrat können sie sich weder regenerieren noch eine stabile Schutzbarriere aufrechterhalten.
Das Problem: Bei einer chronischen Darmentzündung sind genau die Bakterien dezimiert,⁽²⁾ die Butyrat produzieren. Fachleute sprechen von einer Dysbiose – einem Ungleichgewicht der Darmflora.
Dieser Butyratmangel setzt einen Teufelskreis in Gang: Ohne ihren wichtigsten Kraftstoff geraten die Darmzellen in Energienot. Die schützende Darmschleimhaut wird durchlässig: Ein Barriereschaden entsteht. Schadstoffe dringen ein, die Entzündung flammt auf. Und die Entzündung wiederum zerstört weitere Butyrat-bildende Bakterien. Die Dysbiose verschärft sich. Ein Kreislauf, der sich immer weiter antreibt.

Vielleicht haben auch Sie es schon versucht, Ihre Ernährung umzustellen. Mehr Ballaststoffe, Joghurt, Kefir, fermentierte Lebensmittel. Grundsätzlich ist das der richtige Instinkt. Denn die Ernährung spielt bei chronischen Darmentzündungen eine wichtige Rolle.
Wer unter einer Darmentzündung leidet, sollte auf leicht verdauliche, entzündungshemmende Kost setzen und reizende Lebensmittel meiden. Die folgende Übersicht zeigt, was Ihrem Darm guttut – und was ihn zusätzlich belastet.


So wichtig die richtige Ernährung auch ist – sie kann nur wirken, wenn die Darmzellen genug Energie haben, um Nährstoffe überhaupt aufzunehmen und zu verarbeiten. Und genau hier liegt das Problem.
Bei einer chronischen Darmentzündung fehlt den Darmzellen ihr wichtigster Kraftstoff: Butyrat. Ohne Butyrat können die Zellen die Nährstoffe aus der Nahrung nicht effizient verwerten. Die beste Ernährung läuft ins Leere, wenn das Fundament fehlt.
Dazu kommt ein Paradox: Viele Betroffene vertragen Ballaststoffe schlecht – obwohl genau daraus die Darmbakterien Butyrat herstellen. Und selbst wer sie verträgt, steht vor dem nächsten Problem: Die Bakterien, die Ballaststoffe in Butyrat umwandeln, sind bei einer Darmentzündung durch die Dysbiose stark dezimiert. Das Rohmaterial kommt an, aber die Fabrik steht still.
Auch Butyrat aus der Nahrung hilft nicht weiter. Es steckt zwar in Butter und fermentierten Milchprodukten. Aber dieses Butyrat wird bereits im Magen und Dünndarm vollständig aufgenommen, lange bevor es den Dickdarm erreicht.⁽⁴⁾
Hausmittel wie Kamillentee oder Wärmflaschen können Symptome vorübergehend lindern. An der Ursache – dem Butyratmangel in der Darmschleimhaut – ändern sie nichts.
Butyrat ist kein Medikament und kein Nahrungsergänzungsmittel. Es ist einer der wertvollsten Stoffe, die der Körper kennt. Ein gesunder Darm produziert davon täglich etwa zwei Teelöffel.⁽⁵⁾ Eine kleine Menge mit enormer Wirkung:
Zusammengefasst: Butyrat ist der zentrale Baustein, den die Darmschleimhaut braucht, um sich selbst zu reparieren und eine funktionierende Barriere aufrechtzuerhalten. Fehlt dieser Baustein, kann sich der Darm nicht erholen. Dann ist es egal, welche Medikamente Sie nehmen.
Deshalb empfehlen immer mehr Gastroenterologen, Butyrat gezielt von außen zuzuführen. Nicht als Ersatz, sondern ergänzend zur bestehenden Therapie.⁽⁸⁾ Inzwischen gibt es zahlreiche rezeptfreie Präparate auf dem Markt. Doch bei der Wahl des richtigen Produkts ist Vorsicht geboten.
Der Körper nimmt herkömmliches Butyrat bereits im Magen und Dünndarm auf.⁽⁴⁾ Im Dickdarm, wo die entzündeten Darmzellen es am dringendsten brauchen, kommt praktisch nichts an. Bei den meisten Präparaten auf dem Markt werden 40 Prozent bereits im Magen und weitere 55 Prozent im Dünndarm aufgenommen. Nur etwa 5 Prozent erreichen den Dickdarm.⁽⁹⁾
Das ist, als würde man eine Tablette in den Fluss werfen und hoffen, dass sie am anderen Ufer ankommt.
Die Lösung ist eine europäische Spitzentechnologie, die endlich einen gezielten Ausgleich des Butyratmangels ermöglicht: die Mikroverkapselung. Dabei wird das Butyrat in eine natürliche Lipid-Hülle verpackt, die es sicher durch den Darm bis in den Dickdarm bringt. Genau dorthin, wo es am dringendsten gebraucht wird.

Das Ergebnis: 58 % des Butyrats kommen dort an, wo sie wirken sollen.⁽9⁾ In Deutschland gibt es aktuell nur ein Präparat, das diese Technologie nutzen darf.
Butyzol ist ein Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. Eine sogenannte bilanzierte Diät. Das bedeutet: Es wurde gezielt für Menschen entwickelt, die aufgrund einer Darmerkrankung einen erhöhten Bedarf an Butyrat haben, den sie über die Ernährung nicht decken können.
Butyzol enthält mikroverkapseltes Natriumbutyrat – die Salzform des Butyrats mit dem höchsten Butyratanteil (über 79 %).⁽⁴⁾ Butyzol ist
Die Wirkung von mikroverkapseltem Butyrat ist kein Versprechen. Sie ist klinisch belegt. Mehrere Studien haben untersucht, was die gezielte Zufuhr für Betroffene konkret bedeutet.


Chronische Darmentzündungen haben viele Gesichter und trotzdem oft dieselbe Ursache: einen Mangel an Butyrat, dem wichtigsten Kraftstoff der Darmschleimhaut. Ernährung allein kann diesen Mangel nicht ausgleichen. Herkömmliche Präparate scheitern auf dem Weg zum Dickdarm. Erst die gezielte Zufuhr von mikroverkapseltem Butyrat schließt diese Lücke – direkt dort, wo die Entzündung sitzt.
Wenn Sie unter Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Reizdarm oder Divertikelkrankheit leiden, sprechen Sie mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin über Butyrat. Butyrat ersetzt keine Therapie. Aber es gibt dem Darm zurück, was er zum Heilen braucht.
⁽¹⁾ Roediger WE. Role of anaerobic bacteria in the metabolic welfare of the colonic mucosa in man. Gut 1980; 21(9): 793–798.
⁽²⁾ Huda-Faujan N et al. The Impact of the Level of the Intestinal Short Chain Fatty Acids in Inflammatory Bowel Disease Patients Versus Healthy Subjects. The Open Biochemistry Journal 2010; 4: 53–58.
⁽³⁾ Thibault R et al. Butyrate utilization by the colonic mucosa in inflammatory bowel diseases: A transport deficiency. Inflammatory Bowel Diseases 2010; 16(4): 684–695.
⁽⁴⁾ Banasiewicz T et al. Clinical aspects of sodium butyrate application in dietary treatment of bowel diseases. Gastroenterology Review 2010; 5(6): 329–334.
⁽⁵⁾ Wong JMW et al. Colonic Health: Fermentation and Short Chain Fatty Acids. Journal of Clinical Gastroenterology 2006; 40(3): 235–243.
⁽⁶⁾ van der Beek CM et al. Role of short-chain fatty acids in colonic inflammation, carcinogenesis, and mucosal protection and healing. Nutrition Reviews 2017; 75(4): 286–305.
⁽⁷⁾ Recharla N et al. Gut Microbial Metabolite Butyrate and Its Therapeutic Role in Inflammatory Bowel Disease: A Literature Review. Nutrients 2023; 15(10): 2275.
⁽⁸⁾ Pietrzak A, Banasiewicz T. Applicability of sodium butyrate preparations from a surgeon's and gastroenterologist's perspective. Polski Przegląd Chirurgiczny 2024; 96(2): 68–73.
⁽⁹⁾ Banasiewicz T et al. Comparison of release profiles of sodium butyrate in the intestine for products available on the Polish market. Farm Prakt 2019; 12: 40–42.
⁽¹⁰⁾ Karlowicz K et al. Efficacy and safety of microencapsulated butyrate add-on therapy in induction of remission in patients with mild-to-moderate Ulcerative Colitis. Journal of Crohn's and Colitis 2024; 18(Supplement_1): i1618.
⁽¹¹⁾ Krokowicz L et al. Microencapsulated sodium butyrate administered to patients with diverticulosis decreases incidence of diverticulitis. International Journal of Colorectal Disease 2014; 29(3): 387–93.
⁽¹²⁾ Lewandowski K et al. The effectiveness of microencapsulated sodium butyrate at reducing symptoms in patients with irritable bowel syndrome. Gastroenterology Review 2022; 17(1): 28–34.